Zaehneputzen

Wenn Zähneputzen zur Mammutaufgabe wird

Wer kennt es nicht? Dieses ewig leidige Thema das sich tagtäglich als bloßen Kampf um Leben und Tod herausstellt. Egal wie groß oder klein unsere Kinder sind, sie versuchen sich im wahrsten Sinne des Wortes mit Händen und Füßen dagegen zu wehren. Oftmals am Rande der Verzweiflung fragen sich wohl viele Eltern was man denn noch versuchen kann um diese Form des täglichen Hygienerituals soweit als positives Erlebnis zu gestalten, dass die Kinder am Ende womöglich sogar Spaß daran haben. 

Möglichkeiten um an DIE SACHE heranzugehen gibt’s natürlich massig. Wenn ich daran zurückgedenke wie viel wir bereits durchgemacht haben stellen sich mir die Haare im Nacken auf. Kämpfe wurden tagtäglich ausgetragen, Gebrüll, wildes um sich schlagen, Tränen…. Ja, ich glaube wir haben das volle Programm durch. Jede Gefühlslage die das Zähneputzen mit sich bringt durften wir bereits kennenlernen. Aber he, wir haben natürlich auch einiges aus diesen, nennen wir sie mal ‚Erlebnissen‘, mitnehmen können und wollen euch hier ein paar Tipps und Tricks aufzeigen wie das mit dem Zähneputzen vielleicht doch noch klappen kann – ohne, dass es dabei Tote gibt.

Routine – Das A und O

Zähneputzen ist und bleibt ein wichtiger Bestandteil unserer täglichen Routine wenn es um Hygiene geht. Punkt. Daran gibt’s einfach nix zu rütteln. Schließlich geht es nicht nur um den ästhetischen Aspekt, sondern auch um die Gesundheit im Allgemeinen die durch Zahn- und Mundhygiene beeinflusst wird.

Aus diesem Grund ist es besonders wichtig bereits so früh als möglich damit zu beginnen. Ja, SO FRÜH ALS MÖGLICH. Also am besten bereits sobald der erste Milchzahn durchgebrochen ist einmal täglich putzen. Die Expertenmeinungen scheinen hier übrigens etwas auseinander zu gehen. Während die einen meinen, dass zweimal täglich Putzen ein absolutes MUSS ist, meinen andere hingegen, dass erst ab dem ersten Geburtstag konsequent morgens und abends geputzt werden sollte. 

Ok, wie bei so vielen Themen scheiden sich auch hier die Geister. Fakt ist jedoch, dass die Zähnchen geputzt werden müssen. Auf Empfehlung unseres Kinderartzes hin, haben wir ab dem ersten Milchzahn begonnen einmal täglich, mit entsprechender Babyzahnbürste und Wasser, zu putzen. Ab dem ersten Geburtstag wurde schließlich auf zweimal täglich mit einer erbsengroßen Menge fluoridhaltiger Kinderzahnpasta gesteigert. Fluoridhaltig deswegen da sie vor Säureangriffen schützt. 

Kurzer Exkurs zum Thema Zahnbrüste. Was ist grundsätzlich beim Kauf der ersten Zahnbürste und Zahnpasta zu achten?

Die passende Kinderzahnbürste für Anfänger hat einen kleinen Bürstenkopf, weiche Borsten und einen großen Griff. Bei der Wahl der Zahnpasta sollte vorrangig darauf geachtet werden, wie hoch der enthaltene Fluoridanteil ist. Dieser liegt laut zahnärztlicher Empfehlung bei Kindern bis 6 Jahre zwischen 500 und 1000ppm. Diese gewährleistet den Schutz der Zähne vor Karies.

Muss man denn tatsächlich so penibel sein? Gerade wenn’s um’s Zähneputzen bei Babys geht?

Jap, besser wäre es. Diese Tatsache mag der eine oder andere nun vielleicht belächeln da die Kleinen „ja eh noch keine feste Nahrung zu sich nehmen, also warum so konsequent sein?“. Stimmt natürlich, aber da die ersten Zähne bereits nach wenigen Monaten durchkommen können sollte man sofort mit Einführung der Zahnputzroutine beginnen. Abgesehen davon ist es möglich, dass sich selbst durch Nahrungszufuhr in rein flüssiger Form, also durch ständiges Nuckeln an Flasche oder Brust, ein sogenannter Flaschen- oder Stillkaries bilden kann, was sich somit bereits bei den Kleinsten negativ auf deren Zahngesundheit auswirkt.

„sind ja nur die Milchzähne“

Oftmals mag auch das Argument vorgebracht werden, als Ausrede für Eltern, dass es sich bei den ersten Zähnen lediglich um die Milchzähne handelt, und die fallen ja ohnehin wieder aus. Also warum penetrant zweimal täglich auf das Putzen bestehen, wenn sich die Kinder so sehr dagegen sträuben?

Naja, was soll man dazu sagen. Wir Erwachsenen sind Meister im Erfinden von Ausreden wenn es um unsere eigene Bequemlichkeit geht. Tatsächlich ist es absoluter Blödsinn und eine komplette Fehlbehauptung zu meinen, dass die Mundhygiene bei den ersten Zähnen nicht wichtig sei. Liebe Mamis und Papis, genau das Gegenteil ist der Fall. Sind die Zähne erstmal von Karies befallen oder haben sich womöglich Infektionen gebildet, so ist es gut möglich, dass sich diese Probleme auch auf die zweiten, also die permanenten Zähne, übertragen. Und wer kennt es nicht? Zahnschmerzen, eine der wohl gefürchtetsten Schmerzen überhaupt. Also sollten wir uns an der Stelle die Frage stellen ob wir tatsächlich mitverantwortlich sein möchten, wenn unsere Kinder an den Spätfolgen von zu nachlässiger Zahn- und Mundhygiene leiden?

Man kann nicht früh genug damit beginnen

Je eher die Kleinen sich daran gewöhnen, dass es nun mal dazugehört, desto besser.  Wir kennen das von uns selbst. Alles was sich routinemäßig in unserem Leben manifestiert hat ist quasi ein fester Bestandteil unserer täglichen Abläufe. Oder denken wir jedes Mal darüber nach ob es sinnvoll ist das Licht beim zu Bett gehen abzudrehen oder die Haustüre beim Verlassen der Wohnung zuzusperren? Ganz klar, nein. Wir tun es einfach. Weil es Routine ist. Wie das abendliche Einschlafritual ist es somit unsere Aufgabe als Eltern, Zähneputzen zum Teil der täglichen Routine unserer Kinder zu machen. Die Herangehensweise mag von Kind zu Kind verschieden aussehen. Während die einen womöglich von Beginn an Spaß daran zeigen und reflektorisch den Mund öffnen wenn man mit der Zahnbürste auf sie zukommt, gilt es den anderen mühevoll und mit sehr viel Geduld zu überzeugen. 

Leichter gesagt als getan. Wie überzeugt man einen Zweijährigen der tobend, wild um sich schlagend und schreiend am Badezimmerboden liegt und sich vor Zorn in alle Richtungen biegt um einen Unmut darüber auszudrücken, dass er gerade alles andere als Lust darauf hat sich die Zähne putzen zu lassen, geschweige denn selbst zu putzen? Eine Grenzerfahrung für Kinder und Eltern. Ich denke, dass sich wahrscheinlich bereits fast jeder Elternteil das ein oder andere Mal in einer solchen Situation wiedergefunden hat wo er sich wünschte sich in der Sekunde auf eine einsame Insel teleportieren zu können, einfach um der Konfrontation zu entfliehen. Aber nun gut, hilft ja alles nix, da müssen trotzdem alle durch, wir Eltern als auch unsere Sprösslinge. Also die Frage aller Fragen: WIE? Wie krieg ich mein Kind dazu, dass es sich die Zähne putzen lässt

Zähneputzen ist Mammutaufgabe

Hier eine Auflistung einiger Möglichkeiten um das Zähneputzen halbwegs „attraktiv“ zu gestalten:

  • Zahnputzlieder singen
  • Entsprechende Bücher dazu ansehen
  • Gegenseitig die Zähne putzen
  • Zählen – Countdown runterzählen
  • Ablenkung – wir lassen unseren Kleinen zB während des Putzens den Badezimmerschrank erkunden
  • Auswahlmöglichkeiten bieten – mehrere unterschiedliche Zahnbürsten anbieten
  • Rollenspiele – Zahnarzt/Patient

Also liebe Eltern, probiert es einfach mal aus. Vielleicht ist ja die eine oder andere Methode dabei die ihr noch nicht ausprobiert habt. Wichtig: Dran bleiben und nicht aufgeben! Gerade aufgrund der Tatsache, dass sich Kinder sehr leicht ablenken lassen, kann es eine Erleichterung sein einfach durch spielerisches Gestalten selbst das Zähneputzen zum kleinen Erlebnis zu machen das am Ende sogar Spaß macht.

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